"Jubiläumsreise" des Frauenchors Dietlikon und des Männerchors Rieden

Erlebnisreiche Chorreise ins Berner Oberland

Dank der gleichen Dirigentin, Yvonne Morgenthaler, haben der Männerchor Rieden-Wallisellen (150 Jahre), der Frauenchor Dietlikon (125 Jahre) und der Frauenchor Ried-Gibswil (50 Jahre) im vergangenen Jahr an allen drei Standorten gemeinsam ein Jubiläumskonzert gegeben. Als Abschluss von dieser erfreulichen Zusammenarbeit haben der Dietliker und der Riedner Chor am 28. Juni eine "Jubiläumsreise" unternommen, und zwar ins Berner Oberland.

Eine Schar aufgestellter Sängerinnen des Frauenchors werden um Punkt 6.45 Uhr bei der Badi Dietlikon vom Chauffeur Bruno des Heiniger Car-Unternehmens Uster in Empfang genommen. Erste Station ist das Gemeindehaus Wallisellen, wo sich die Sänger des Männerchors Rieden zu uns gesellen. Bei „noch“ Sonnenschein und - trotz früher Stunde - schon angeregten Gesprächen fahren wir auf der Autobahn Richtung Oensingen. Erster Halt mit Kaffee und Gipfeli auf der Terasse des Café Knaus, wo wir die wärmenden Sonnenstrahlen geniessen. Weiter geht die Fahrt auf der A1 Richtung Kirchberg, wo wir den ersten fantastischen Blick auf Eiger Mönch und Jungfrau erhaschen.

 

Wir kommen pünktlich um 10.00 Uhr in Thun an. Die 42 mitgereisten Sängerinnen und Sänger werden auf die drei Führerinnen für den Stadtrundgang aufgeteilt. Unsere Stadtführerin erklärt unserer Gruppe, wie wir nun die Stadt "erobern", verteilt Stadtpläne und startet strammen Schrittes zum ersten Erklärungspunkt - zum neu gestalteten Bahnhofplatz. Sie erzählt Interessantes über Thun, und alle lauschen gespannt.....

 

Thun wird als "Tor zum Berner Oberland" bezeichnet. Die Stadt liegt am Ausfluss der Aare aus dem Thunersee, ist die grösste Garnisonstadt der Schweizer Armee und die elftgrösste Stadt der Schweiz. Die Agglomeration Thun umfasst etwa 90'000 Einwohner. Der historische Stadtkern liegt nicht direkt am Thunersee, sondern etwa einen Kilometer davon entfernt an der Aare. Die Innenstadt besteht aus dem Schlossberg, der Unterstadt, der Oberen Hauptgasse und dem Bälliz. Auf dem Schlossberg stehen das Schloss und die Stadtkirche. Das Bälliz ist eine Insel zwischen den beiden Aare-Abflüssen aus dem Thunersee. Seit 1988 ist das Bälliz eine Fussgängerzone. Heute ist es nicht nur die wichtigste Einkaufs- und Marktgasse der Stadt, sondern auch die kulturelle Insel sowie eine beliebte Flaniermeile.

 

Entstehung als regionales Marktzentrum

Im 16. Jahrhundert blühten in Thun das Handwerk und die Wirtschaft. Die Stadt wurde zu einem regionalen Marktzentrum. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt kontinuierlich weiter und es erfolgten erste Versuche zur Einführung von Industrie. Thun blieb aber stets nur ein regionales Wirtschaftszentrum. 1641 begannen die Bauernunruhen, der sogenannte Thunerkrieg. Nach dem Einmarsch der Franzosen, zur Zeit der Helvetik, war Thun Hauptstadt des von 1798 bis 1802 existierenden Kantons Oberland. 1714 wurde die Kander in den Thunersee geleitet, um das Gebiet um Allmendingen vor Überschwemmungen zu schützen. Nicht zuletzt dadurch erhielt aber die Stadt Thun bei lang andauernden Niederschlägen periodisch Überschwemmungen. 2009 wurde ein 1,1 km langer Entlastungsstollen mit einem Durchmesser von 5,5 m in Betrieb genommen, mit welchem der Seespiegel um 40 cm herabgesetzt werden kann und so das Hochwasserrisiko reduziert.

 

Thun als Tourismusdestination und Militärstadt

Anfangs des 19. Jahrhunderts begann durch das Aufkommen des Fremdenverkehrs und mit der Eröffnung der Eidgenössischen Militärschule 1819 eine neue Epoche. Mit dem Bau von Hotels und Pensionen und der Eröffnung der Dampfschifffahrt auf dem Thunersee 1835, wurde Thun zu einem bedeutenden Touristenort. 1859 wurde Thun ans Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Industrielle Gustav Selve eröffnete 1895 in Thun eine Fabrik zur Herstellung von Munitionsnäpfchen...

 

Das stimmungsvolle Licht der Sonne lässt uns einen wunderbaren Tag erleben. Während wir durch die alte Holzbrücke mit Wasserschleusen, dem Quai entlang, auf den Schlossberg schlendern, erfahren wir immer mehr von der geschichtsträchtigen Stadt, die diesen Sommer ihr 750-jähriges Bestehen feiert. Deshalb ist sie auch überall mit Fahnen und schönen Blumen geschmückt. Vom Schlossberg, mit fantastischer Sicht über die ganze Stadt, gehen wir 100 Stufen hinab auf den Rathausplatz. Die Thuner flanieren, kaufen Gemüse oder halten einen Schwatz auf dem Markt. Es ist sehr friedlich und man möchte einfach nur geniessen und sich treiben lassen... Aber...unser Terminplan weist darauf hin, dass das Schiff nach Spiez um 11.40 Uhr abfährt... Also spazieren wir noch durch die sehenswerte Hauptgasse, über die Mühlebrücke zum Waisenhausplatz. Unsere kompetente Führerin verabschiedet sich hier offiziell von uns, begleitet uns aber noch bis zur Schiffstation, wo wir auch gleich in die neue „MS Berner Oberland“ einsteigen können.

 

Das wunderschöne Schiff bietet uns in der ersten Klasse auf dem Oberdeck eine phänomenale Aussicht. Das Lachen, die interessanten Gespräche oder das Entzücken über die schöne Landschaft verraten, dass alle zufrieden sind. Wir fahren gemächlich durch den Kanal Richtung Hünibach. Auf halbem Weg öffnet sich der ganze See, und das Schloss Schadau verzückt so manche Sängerin und so manchen Sänger - ein absolutes Highlight von einem Schloss, umrahmt von einer wunderschönen Gartenanlage. Hilterfingen, Oberhofen, Gunten sind die nächsten Anlegestellen, bevor die "MS Berner Oberland" über den See nach Spiez fährt. Dort erwartet uns Bruno mit dem Car, um nach Aeschiried in die Chemihütte zu fahren.

 

Nun wird es ein bisschen ländlich, sehr ländlich - mit vielen Fliegen, aber mit einer überwältigenden Aussicht auf den ganzen Thunersee mit Niederhorn und einen Teil des Brienzersees. Das Wetter ist immer noch okey, aber die grauen Wolken kommen näher. Alle haben Hunger und warten im Glaspavillon auf ihre Getränke und den bestellten Fitnessteller mit Salat und Poulet oder Steak mit Gemüse und feinen Gewürzpommes. Wenn's ruhig wird im Speisesaal, dann ist auch der Gaumen zufrieden. Es ist ruhig ☺ ! Nach dem grossen Fitnessteller haben einige noch Platz für einen Oberländer Dessert: Meringues mit Nidle und Glace oder anderes Feines. Wenn schon so viele Sänger unterwegs sind, muss auch gesungen werden. Der Männerchor gibt zwei rassige Lieder zum Besten, gefolgt vom Frauenchor unter der gleichen Leitung, der ebenfalls mit zwei Liedern die Zuhörer verwöhnt.

 

15.00 Uhr. Es fängt an, leicht zu regnen. 15.45 Abfahrt mit dem Car Richtung Interlaken, Brienz, über den Brünig zum Hotel Belvoir in Sachseln, wo wir gemäss Programm einen Kaffee- und Zvierihalt machen. Der Halt entpuppt sich aber als „Bierhalt“, denn 90% der Reisegruppe hat einen "Bierdurst". Die Sonne lacht wieder, so dass der Anblick von der Terrasse auf den Sarnersee doppelt schön ist. Abfahrt Richtung Luzern-Zürich. 18.23 Uhr. WM-Resultat 1:0 für Brasilien gegen Chile. Auch das ist nun für Einzelne spannend. Sie (nicht nur die Männer) halten sich online auf dem Laufenden, was in Brasilien passiert. 18.45 Uhr Stand 1:1.

 

19.30 Uhr. Wir sind in Wallisellen angedockt. Wir bedanken uns herzlich beim Chauffeur für die exzellente Fahrweise und bei der Dirigentin Yvonne Morgenthaler für die perfekte Organisation der wunderschönen Chorreise. Der Männerchor durfte sich schnell vom Frauenchor verabschieden, um ja die Endphase des Spiels Brasilien gegen Chile nicht zu verpassen. Es könnte gar noch ein spannendes Penalty-Schiessen geben! Wenige Minuten später sind auch die Sängerinnen des Frauenchors wieder gut und zufrieden in Dietlikon.

 

Eliane Baumann, Frauenchor Dietlikon

(Fotos: Daniel Matter)

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Fae Brune (Samstag, 04 Februar 2017 02:00)


    Great post! We will be linking to this great content on our website. Keep up the good writing.