Ehrensänger

In den letzten 5 Jahren verstorbene Sänger

Josef "Sepp" Thoma 1938 - 2020

Mit Sepp Thoma verliert der Männerchor Rieden-Wallisellen nicht nur eine reine 2. Tenorstimme, sondern auch einen „Kumpel“ und Kameraden, wie es sich ein Verein nur wünschen kann.

 

Am 3. Februar 2001 wurde Sepp an der Generalversammlung als Sänger im Chor aufgenommen. Bereits ein Jahr später übernahm er für vier Jahre das Amt als zweiter Kassier, danach für ein Jahr als Vizepräsident. An der GV 2016 wurde er für drei Jahre als Vertreter der Aktivsänger zum Revisor gewählt.

 

Aber nicht nur für „Ämtli“ war Sepp bereit, nein, auch überall dort, wo Manneskraft und Idee gefragt war, unterstützte er mit seinem grossen Wissen und Können die Vereinsaktivitäten. Unvergesslich ist auch seine organisierte Bergtour, wo er persönlich sein Oldtimer-Postauto mit kräftigen Händen durch die Kurven führte.

Eine Zukunft auf dem elterlichen Bauernhof war für Sepp trotz ausgebildeter Landwirt nicht möglich. So entschied er sich, Polizist zu werden. Eine Anstellung bei der Stadtpolizei Zürich wurde für ihn zum Glücksfall. In welcher Abteilung auch immer, er war mit grossem Engagement dabei. Am wohlsten jedoch fühlte er sich als Polizei-Motorradfahrer.

 

Als gelernter Landwirt und Landschaftsgärtner betreute er nach seiner Pensionierung viele Kunden, vor allem in der Pflege von Bäumen und Sträucher. Mit dem Ausbruch seiner Krankheit im November 2018 schwanden jedoch kontinuierlich seine Kräfte und damit auch seine Arbeiten in der Natur.

Sein allerliebstes Hobby jedoch war die Zucht seiner Appenzeller-Spitzhauben-Hühner. Mit grossem Stolz wurde er von den gestrengen Juroren für seine Lieblinge immer mit ranghoher Benotung belohnt. Letztmals im Januar 2020 mit 94 Punkten. Wie er mir einst erzählte, wurde er immer von seinen Hühnern richtgehend begrüsst. Zum Dank gewährte er ihnen freien Auslauf ausserhalb des Geheges. Mit freundlichen Worten und Gesten folgten sie ihm auch wieder, wenn es Zeit war, ins Gehege zu verschwinden. Als autoritäres Zeichen bei etwas „Ungehorsamkeit“ reichte ein strammes Stillstehen, den Besen in der Hand und seine Augen mit strengem Blick zu seinen Lieblingen gerichtet, seiner Aufforderung (ohne gackern) zu folgen.

 

Seine Aussage, „wenn ich keine Kraft mehr habe für meine Lieblinge so ist dies auch ein Zeichen meines Abschiedes“ wurde zur Wahrheit. Kurz nach der letzten Prämierung übergab er seine Appenzeller-Spitzhauben dem Jury-Richter Dani Hinnen, denen er in Rümlang ein neues Zuhause gab.

 

Sepp ahnte zu gut, dass seine Krankheit ihn besiegen wird. Am 5. Februar trat er seine letzte Reise an. In uns Sängerherzen jedoch bleibt er in kameradschaftlicher Erinnerung.

 

Remo Manhart, Seniorenobmann Männerchor Rieden

 

Heinz Fawer 1937 - 2019

Im März 2011 begrüssten die Sängerkameraden des Männerchors Rieden-Wallisellen Heinz Fawer als „frischen“ Sänger. Mit seiner ungezwungenen Fröhlichkeit wurde er schon in der ersten Minute zu einem lieb geschätzten Sängerkamerad, welcher mit sicherer Stimme und mit grosser Freude zum Gesang den 1. Tenor all die Jahre kräftig unterstützte.

 

Heinz war auch ein begnadeter Musikant. Mit seinem „Schwyzerörgeli“, begleitet mit seiner Stimme, schenkte er vielen Freunden, aber auch seiner Familie,  fröhliche, lustige und unvergessliche Stunden.

 

Es gibt Menschen, die einen „Sprachfehler“ haben: Sie können nie „Nein“ sagen. Heinz gehörte auch zu dieser Gruppe. Für seine Hilfsbereitschaft, wann immer möglich, gehört ihm auch ein grosses Dankeschön.

 

Ein Spitalbesuch wenige Tage vor seinem Tod zeigte, dass Heinz viel Kraft verloren hat. Unschwer zu erahnen, was unser aller Schöpfer mit ihm gedenkt zu tun. Am 24. August hat uns Heinz für immer verlassen müssen.

 

Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit, und alle Welt vergehet mit ihrer Herrlichkeit. Nur Einer, der ist ewig und an allen Enden, und wir in seinen Händen.

 

Diese Zeilen aus dem Lied „Motette“ von Hans Georg Nägeli kannte auch Heinz. Am Abschied von Sängerkameraden hat auch er mit seiner Tenorstimme dieses Lied gesungen. In Gedanken sind diese Strophen während des Besuches an seinem Krankenbett in mir präsent geworden.

 

Lieber Heinz, Du bist nicht von uns gegangen, sondern nur vor uns. Du wirst uns immer in kameradschaftlicher und guter Erinnerung bleiben.

 

Remo Manhart, Seniorenobmann Männerchor Rieden

 

Günter Bischof 1940-2018

Seit längerer Zeit musste Günter schwere Operationen überstehen. Dabei hat er nie den Mut, wieder gesund zu werden, aufgegeben. Und dennoch, bereits auf dem Weg zur Besserung hat Günters Tod viele überrascht.

 

Dass Gesang in seinem Leben viel bedeutete zeigte sich bereits im Schulalter. Von 1949 bis 1951 sang er in einem Knabenchor. Im Jahre 1967 verlegte er seinen Wohnsitz von Deutschland nach Wallisellen. Noch vor seiner Pension trat er 1998 dem MCR bei. Er sang von da an im 1. Tenor, wo wir nun seine sichere Stimme schmerzlich vermissen.

 

Mit immer wieder guten Ideen, aber auch in tatkräftiger Mithilfe war er im MCR immer dabei. Nach bereits zwei Jahren im Chor übernahm er für acht Jahre das Amt als Sekretär. Seine dichterischen Fähigkeiten widerspiegelten sich in zum Teil neu getexten Liedern, aber auch in humoristischen und pointierten geschriebenen Schnitzelbänken. Für die Abendunterhaltung 2008 liess er es sich nehmen, dafür einen Flyer zu kreieren. Der Mithilfe nicht genug zeigte er auch Fähigkeiten als Baufachmann für kleinere und grössere Einrichtungen, sei es am Märt, bei der MCR-Beiz „Riednerstube“ oder bei einem Zeltaufbau für ein MCR-Event. Für seine Treue zum Chor wurde er 2013 Freimitglied und nur vier Jahre später, an der GV 2013, ernannte der Männerchor Rieden Günter für seine außerordentlichen Verdienste zum Ehrenmitglied.

 

Der zu frühe Hinschied von Günter Bischof hinterlässt eine schmerzhafte Lücke nicht nur bei seiner Frau Hannelore und seinen Kindern und Enkeln sondern auch bei uns Sänger vom Männerchor Rieden/Wallisellen.

 

Remo Manhart, Seniorenobmann Männerchor Rieden

Sängerfreund Heinz Pfister

 

Walter Gygax 1926 - 2018

92 Jahre durfte Walter Gygax sein irdisches Dasein leben. Vital und immer gut gelaunt war er ein gern gesehener Sängerkamerad, aber auch Freund in ganz Wallisellen. Nicht etwa sein geistiges Vermögen, welches er bis kurz vor seinem Tod voll im Griff hatte, sondern seine schwindende Kräfte liess ihn erahnen, dass langsam aber sicher seine letzten Tage nahen.

 

2015 verstarb seine geliebte Frau Ruth. Verständliche Trauer, zeitweise auch etwas Einsamkeit waren bei Walter zu spüren und zu erkennen. Bei gemeinsamen Anlässen, sei es im Kreise seiner Familie oder seiner Sänger- und Turnkameraden blühte Walter auf und hinterliess mit seinem trockenen Humor und pointierten Reden bei seinen Zuhörern unvergessliche Stunden.

 

1984 fand er seine Sängerkameraden im Männerchor Rieden-Wallisellen. Anfänglich eine sichere und unterstützende Stimme im 1. Bass wurde jedoch in den letzten Jahren begreiflicherweise immer etwas schwächer. Und trotzdem war er während 33 Jahren ein treuer Sänger, der es sich nicht nehmen liess, möglichst jede Probe zu besuchen. Bereits nach zwei Jahre Chormitglied wurde er in den Vorstand gewählt und übernahm das Amt als Protokoll Aktuar, welches er bis 1995 innehatte.

 

Walter Gygax war auch Gründer der MCR-Seniorengruppe. Als Seniorenobmann wünschte er sich, dass sich die Senioren monatlich an einem Nachmittag ganz ungezwungen treffen, sei es zum „gspröchle“, jasse, manchmal aber auch für einen Ausflug. Dabei liess es sein freudiges Herz nicht nehmen, die Sänger immer wieder an seiner finanziellen Grosszügigkeit teilnehmen zu lassen. Besonders bei Ausflügen lud er auch gerne seine beiden sehr geschätzten Freunden Remo Cescutti und Willy Risi ein.

 

Eine sehr schöne Tradition bedeutete für ihn der jährliche Senioren-Osterhock im Rest. Doktorhaus, wo er die Senioren immer wieder grosszügig verwöhnte. Aber nicht nur die Senioren, nein, manchmal auch den ganzen Chor lud er zu einem Jahresschlussessen ein. Herzlichen Dank, lieber Walter, für Deine Grosszügigkeiten und die humorvollen Zeiten, welche wir mit dir verbringen durften.

 

1995 wurde Walter zum Freimitglied ernannt und an der GV 1998 infolge ausserordentliche Verdienste zum Wohle des Chors zum Ehrenmitglied. 2016 erlang er an der Delegiertenversammlung des Bezirks für die langjährige Treue zum Gesang das Abzeichen als Ehrensänger. 

 

Lieber Walter, Deine Heimkehr zum Schöpfer schmerzt, löscht aber in uns allen niemals die schöne Zeiten mit Dir.

 

Remo Manhart, Seniorenobmann Männerchor Rieden

 

Hermann Kammerlander 1929─2018

Es ist für alle, die Hermann Kammerlander kannten, schwer zu verstehen, dass er uns für immer verlassen musste. Und doch gönnen wir ihm nun seine Ruhe, seine Erlösung aller Leiden, welche er vor allem in den letzten zwei Jahren durchmachen musste. In diesem Sinne war es auch sein innigster Wunsch, nach einem erfüllten Leben von der irdischen Welt, von seiner geliebten Familie und seinen Sängerkameraden Abschied nehmen zu dürfen. Persönlich durfte ich als Seniorenobmann bei meinem letzten Besuch nur wenige Stunden vor seinem Tod mich von ihm persönlich verabschieden.

 

Hermanns sichere Tenorstimme begleitete den Männerchor Rieden insgesamt 32 Jahre. Seine vielen Wohnortswechsel und sein Gärtnerberuf zwangen ihn immer wieder, zwischen Aktiv- und Passivmitglied zu pendeln. Wo er auch kürzere aber auch längere Wohnsitze hatte, war er dort ein aktiver Sänger. Seine Aktivvereinsjahre waren beim MC Maur ZH, wo er auch zum Ehrenpräsident ernannt wurde, beim MC Zürich an der Sihl, beim MC Reinach, und beim MC Männerdorf. 1985 bekam er die Auszeichnung zum SCV-Veteran. 1997 wurde er zum Freimitglied und 2001 zum Ehrenmitglied des Männerchors Rieden  ernannt.

 

Als Sankt Nikolaus durfte er leuchtenden, aber auch tränenden Kinderaugen zuhören und ihnen ein Geschenk übergeben. Am BGF 2000 in Wallisellen amtete er im OK als Bauchef. Sein vielseitiges Talent bewies er auch als Organisator von Bergwanderungen. Auch von seinem grössten Hobby, das Bemalen von Porzellangeschirr, durfte der Männerchor Rieden-Wallisellen immer wieder für Geschenke profitieren.

 

Lieber Hermann, auch wenn Du nun nicht mehr unter uns bist, als lieber Kamerad bleibst Du uns steht’s in guter Erinnerung.

 

Remo Manhart, Seniorenobmann Männerchor Rieden

 

Franz Schnyder, gestorben 1. Juli 2016

Der Männerchor Rieden trauert um seinen langjährigen Sängerkameraden und Ehrenpräsidenten Franz Schnyder.

 

Seit 1967 unterstützte er mit seiner kräftigen und sicheren Stimme den ersten Bass. Vor zwei Jahren musste er sich aus gesundheitlichen Gründen vom Gesang dispensieren lassen. Die Hoffnung, die Krankheit  besiegen zu können, blieb unerfüllt. Am 1. Juli 2016 hat uns Franz für immer verlassen.

 

Schon nach fünf Sängerjahren wurde Franz an der GV 1972 zum Präsidenten gewählt. Als sein Vize erlebte ich einen umsichtigen, kameradschaftlichen, aber auch strengen Chef. Seine meistens reich befrachteten Sitzungen waren immer gut vorbereitet. Im OK des Bezirksgesangsfestes 1978 war Franz eine treibende Kraft. Obwohl er ein begnadeter Jasser war, verzichtete er bei Hocks auf das Jassen mit der Begründung: „Der Präsident ist auch beim gemütlichen Teil für seine Sänger da“. Unvergesslich sind auch seine vielen Auftritte als Samichlaus. Er zitierte vor allem verdiente Sänger und Angehörige. Statt sie zu tadeln, motivierte er sie mit lobenden Worten und bedachte sie meist mit einem "witzigen" Präsent.

 

Nach acht Jahren übergab Franz das Zepter dem Nachfolger, was nicht bedeutete, dass er sich zurücklehnte. Er war 1988-1995 Erst-Bass-Vertreter in der Musikkommission, 1994-1996 in der Statutenrevisions-Kommission, 2000 OK-Präsident des Bezirksgesangsfestes in Wallisellen. Franz war immer da, wenn nach ihm gefragt wurde. Seine vielen Auszeichnungen als Sänger gipfelten 2006 in der Ernennung zum Ehrenpräsidenten.

 

Lieber Franz, uns Sängerkameraden bleibst Du als treues Vorbild stets in guter Erinnerung.

 

Remo Manhart, Seniorenobmann Männerchor Rieden

 

Jürg Forster, gestorben 7. September 2015

Am 7. September 2015 holte ich Jürg Forster vom Spital ab. Er war glücklich, dass er nur eine Nacht bleiben musste und froh wieder zuhause zu sein und auf der Terrasse die Sonne  geniessen zu können. Seine schwere Krankheit gab ihm seit einiger Zeit keine grossen Freiräume mehr. Am Abend des gleichen Tages hat er uns im Alter von 58 Jahren für immer verlassen.

 

Jürg war 26 Jahre ein lieber Sängerkamerad als 2. Tenor im Männerchor Rieden. Der Chor wurde zu einem festen Bestanteil seines Lebens. Sein Engagement hatte zur Folge, dass er unserem Verein in mannigfacher Weise seine Fähigkeiten zukommen liess. So hat er in der Statutenkommission 1995 mitgewirkt und war 15 Jahre für die Rangliste beim Preisjassen verantwortlich. 2006 hat er dem Chor die erste Homepage aufgebaut und auch betreut. Im Vorstand hat er das Amt des Aktuars ausgeführt und übernahm später das Sekretariat. Die langjährige Treue zu unserem Chor brachte ihm 2013 die Ehrenmitgliedschaft.

 

Auf ganz spezielle Weise durfte der Chor von Jürg Abschied nehmen. Am 16. September wurde seine Asche bei Eglisau, mit einem letzten Fahnengruss, dem Rhein übergeben. Wir werden Jürg vermissen und als guten Freund in Erinnerung behalten.

 

Albert Brändle, Präsident 

 

Peter Bunjes, gestorben 26. Juli 2015

 

Der Lebenskreis unseres geschätzten Sängers Peter Bunjes hat sich in seinem 80. Lebensjahr am 26. Juli geschlossen.

Wie freute sich Peter noch Anfang Jahr, ein letztes Mal in seiner 14-jährigen Aktivzeit im Männerchor Rieden-Wallisellen an einem Schweizerischen Gesangfest teilnehmen zu können. Meiringen sollte denn auch der Abschluss seiner sängerischen Karriere sein.

 

Es deutete noch nichts darauf hin, dass seine gesundheitliche Situation so ernst war. Er war praktisch bei jedem Anlass des Vereins mit dabei und hatte ein grosszügiges Herz.

Diesmal aber war die heimtückische Krankheit stärker als der Wille. Der 2. Bass verliert mit Peter eine kräftige Stimme, auf die man sich verlassen konnte. Wir trauern um einen lieben Sängerkameraden, der das Singen im Chor liebte und sich mit seinen markanten Charakter-zügen an den Proben bemerkbar machte. Und sein trockener Humor trug viel zur Erheiterung an den gemeinsamen Anlässen bei.

 

Mit der Genugtuung, dass ihm vieles erspart geblieben ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Verlust zu verkraften. Peter, du wirst in unseren Herzen weiterleben.

 

Jürg Bahnmüller